Redebeitrag der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD)
auf der Kundgebung für ein neues Autonomes Zentrum in Heidelberg
am Samstag, 28. Juni 2003

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe AZ-Aktivistinnen und Aktivisten!

Vor vier Jahren hat uns die Stadt Heidelberg gezeigt, was sie als ach so liberale Konsum- und TouristInnenstadt von selbst verwalteten Räumen hält.
In den dazwischenliegenden Jahren haben sich alle Versprechen der Stadtoberen als das erwiesen, was wir von Anfang an ahnten: reine Lügen und Heuchelei.
Zahlreiche Aktionen in den vergangenen Jahren Demonstrationen, Kundgebungen, Party-Besetzungen, Soli-Partys und nicht zuletzt militante Aktionen haben gezeigt, dass die Stadtoberen eines ihrer vordringlichsten Ziele mit dem Abriss des AZ nicht erreicht haben - nämlich linksradikale Kultur und Politik aus dem Stadtbild gänzlich zu tilgen.
Aktionen wie die heute zu Ende gehenden, gut besuchten AZ-Aktionstage, die Demonstration gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch am 19. April oder das jährlich stattfindende antifaschistische Straßenfest am 30. April zeigen ganz deutlich:
Wir sind noch da,
wir machen weiter und
wir sind überall!
Wir werden auch nicht aufhören, ständig unsere Forderung nach selbst verwalteten Räumlichkeiten mit Nachdruck in die Öffentlichkeit zu tragen.
Wir haben in all den Jahren des alten Autonomen Zentrums sehr wohl versucht, erfahren und letztendlich auch bewiesen, dass es möglich ist, selbstverwaltet politische und kulturelle Arbeit ohne Bevormundung, Kontrolle und Konsumzwang zu organisieren.
Genau das ist es, was wir wieder wollen: eine klare, radikale Alternative zum gegenwärtigen Mainstream der kapitalistischen Einbahnstraße des bundesrepublikanischen Systems. Wir nehmen die vorherrschenden Verhältnissee von Verwertung, Leistungsprinzip, Unterdrückung und Ausgrenzung nicht einfach hin, denn für uns stellt Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte dar.
Wir brauchen wieder einen Ort, an dem wir unsere politische Praxis zusammen mit vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Gruppen organisieren können. Nur so und nur mit vielen zusammen kann es irgendwann eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse geben.

Die AZ-Aktivistinnen und Aktivisten können sich daher der Solidarität der Antifaschistischen Initiative gewiss sein. An sie geht der Aufruf:
Macht weiter so, Leute!
An alle Freundinnen und Freunde des alten AZ und eines zukünftigen Autonomen Zentrums in Heidelberg richtet sich die direkte Aufforderung:
Werdet aktiv!
Was wir dringend brauchen, ist eine starke Linke in Heidelberg mit vielen AktivistInnen in den verschiedensten Bereichen.

Wir sind überall!
Für ein neues Autonomes Zentrum in Heidelberg!
Selbst verwaltete Zentren aufbauen und verteidigen!